Neurodermitis verstehen: Wie innere Glaubenssätze Gesundheit verhindern
Manchmal halten wir unbewusst an Symptomen fest, obwohl wir uns eigentlich Gesundheit wünschen. Hinter körperlichen Beschwerden können innere Glaubenssätze und emotionale Muster wirken, die uns auf subtile Weise „schützen“ oder Bedürfnisse erfüllen. Dieser sogenannte sekundäre Krankheitsgewinn ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Schlüssel zu tiefer Selbsterkenntnis.
In diesem Blogbeitrag erfährst Du, wie innere Überzeugungen die natürliche Selbstregulation des Körpers behindern können, wie Du achtsam mit diesen Mustern in Kontakt kommst und warum fühlen der erste Schritt in Richtung innerer Bewusstwerdung und echter Lebendigkeit ist.
Du erfährst in diesem Blogbeitrag:
- Was „sekundärer Krankheitsgewinn“ bedeutet
- Welchen Einfluss innere Glaubenssätze auf Deine Gesundheit haben
- Wie Du in Kontakt mit unbewussten emotionalen Mustern kommst
- Warum fühlen der Schlüssel für eine neue innere Ausrichtung ist
Wenn Krankheit einen versteckten Sinn erfüllt
Manchmal scheint es, als würde der Körper einfach nicht loslassen oder sich verändern wollen. Trotz bewusster Ernährung, Entspannung, Selbstfürsorge oder Bewusstseinsarbeit bleiben bestimmte Symptome, wie z.B. Neurodermitis bestehen.
Doch was, wenn der Körper gar nicht gegen uns arbeitet, sondern mit uns spricht? Was, wenn hinter dem, was wir als Krankheit oder Störung empfinden, ein unbewusster Sinn steckt und ein innerer Schutzmechanismus uns auf etwas aufmerksam machen will?
Dieses Phänomen wird in der Psychosomatik sekundärer Krankheitsgewinn genannt. Neurodermitis und Krankheit sind doch kein Gewinn, denkst Du jetzt vielleicht. Der Gewinn liegt in diesem Fall darin, Deinem Unterbewusstsein und Deiner Selbsterkenntnis ein Stück näher zu kommen. Es lohnt sich hinzuschauen, ob unbewusste Muster vorhanden sind, die einen Nutzen davon haben, dass die Krankheit da ist. Das gilt nicht nur bei Neurodermitis, sondern auch bei anderen körperlichen Symptomen. Deshalb lade ich Dich dazu ein, diesen Blogbeitrag als Inspiration zu nutzen und in Dich hinein zu horchen.
Was bedeutet „sekundärer Krankheitsgewinn“?
Ursprünglich stammt der Begriff aus der Psychotherapie und beschreibt die unbewussten Vorteile, die ein Mensch durch seine Symptome erfährt.
Während der primäre Krankheitsgewinn darin liegt, dass ein Symptom ein inneres seelisches Ungleichgewicht „entlastet“ (zum Beispiel unterdrückte Wut, die sich über die Haut Ausdruck verschafft), beschreibt der sekundäre Krankheitsgewinn die äußeren und inneren Belohnungen, die das Symptom mit sich bringt. Dazu zählen z.B.:
- Aufmerksamkeit und Zuwendung von anderen,
- Schonung vor Überforderung,
- das Gefühl von Kontrolle oder Sicherheit (z.B. „Auf den Juckreiz oder Schmerz ist Verlass.“),
- oder auch eine stabile Identität (Wer wäre ich ohne die Krankheit?),
- Legitimation bestimmte Dinge zu tun oder zu lassen.
All das geschieht unbewusst. Gerade bei chronischen Krankheiten wie Neurodermitis, die oft schon viele Jahre bestehen und in der Kindheit beginnen, lässt sich nicht selten ein sekundärer Krankheitsgewinn erahnen. Auf einer tieferen Ebene kann der Körper manchmal das ausdrücken, was wir uns selbst (noch) nicht erlauben oder wünschen.
Innere Glaubenssätze sind die unsichtbaren Programme unserer Gesundheit
Unsere inneren Überzeugungen prägen, wie wir die Welt sehen, wie wir auf Trigger reagieren und wie unser Körper damit umgeht. Viele dieser Glaubenssätze entstehen in der Kindheit und wirken unbemerkt weiter.
Besonders bei Hautthemen wie Neurodermitis tauchen häufig tiefe, emotionale Muster auf, etwa:
- „Ich darf keine Grenzen setzen, sonst verliere ich Liebe.“
- „Nur wenn ich leide, werde ich gesehen.“
- „Meine Symptome geben mir innere Stabilität. Deshalb dürfen sie nicht gehen.“
Solche Überzeugungen können unbewusst eine ständige innere Anspannung erzeugen. Der Körper versucht dann, diesen Druck zu regulieren und tut das oft über die Haut, unser größtes Kontakt- und Entgiftungsorgan. Wenn der innere Konflikt unerkannt bleibt, kann das Symptom zu einem vertrauten Begleiter werden. Es erfüllt eine Funktion und bedient unsere inneren Glaubenssätze.
Durch Achtsamkeit wandelt sich Widerstand in Bewusstsein
Der natürliche Impuls ist meist, gegen ein Symptom anzukämpfen, es zu kontrollieren, zu beruhigen, zu „beseitigen“. Doch etwas wegmachen zu wollen, schafft innerlich wie äußerlich oft noch mehr Stress.
Da Du auf meinem Blog gelandet bist (worüber ich mich sehr freue!), hast Du entweder die Erfahrung gemacht, dass diese „Bekämpfungs-Mechanismen“ nicht nachhaltig funktionieren oder Du hast eine innere Ahnung, dass mehr hinter Deinen Symptomen steckt als sie oberflächlich zeigen. Achtsamkeit lädt dazu ein, nicht zu bekämpfen, sondern wahrzunehmen.
Statt zu fragen: „Wie werde ich Neurodermitis los?“ könnte die Frage lauten:
- „Was möchte dieses Symptom mir zeigen?“
Wenn Du spürst, dass Dein Körper immer wieder auf eine bestimmte Weise reagiert, kannst Du Dich sanft fragen:
- „Was würde sich in meinem Leben verändern, wenn das Symptom verschwände?“
- „Was schenkt mir mein Körper, was ich mir selbst vielleicht nicht erlaube? (Aufmerksamkeit, Ruhepausen, Kontrolle, Legitimationen für oder gegen bestimmte Dinge…)“
Der Moment, in dem Symptome zu Wegweisern werden
Solche Fragen öffnen den Raum für Bewusstheit. Oft kommen dann Gefühle ans Licht, die lange keinen Platz hatten, z.B. Traurigkeit, Wut, Erschöpfung, Sehnsucht. In dem Moment, in dem Du sie achtsam wahrnimmst, beginnt bereits ein innerer Wandel.
Selbstmitgefühl ist dabei entscheidend. Der Körper ist kein Feind. Er ist ein Spiegel. Und jedes Symptom ein Ausdruck eines tiefen Bedürfnisses, das gesehen werden möchte.
Es kann im ersten Moment unangenehm und manchmal sogar beschämend sein, sich selbst auf die Schliche zu kommen und wahrzunehmen, dass etwas in einem einen Nutzen durch Neurodermitis hat. Denn Krankheit erleben wir bewusst oft ausschließlich im Opfer. Was aber, wenn es auch einen Teil in uns gibt, der über die Krankheit kompensiert?
Die Auseinandersetzung mit dem sekundären Krankheitsgewinn ermöglicht, in die Selbstverantwortung zu gehen und aus der Opferstruktur auszubrechen. Es kann sehr erlösend wirken, wenn man die eigenen Kompensationsstrukturen dahinter erkennt. Dann ebnet sich ein Weg in die Hingabe zu sich selbst, in dem man vor sich die unerlösten Bedürfnisse und Wünsche erkennt:
- „Ja, stimmt, ich habe als Kind nicht die Aufmerksamkeit und Zuwendung erhalten, die ich gebraucht hätte.“ und „So war es. Ich fühle Dich (zum inneren Kind).“
Ein anderes Beispiel wäre:
- „Ja, stimmt, ich weiß gar nicht, wer ich ohne die Krankheit bin. Sie gibt mir innere Stabilität.“ und „So fühlt es sich an, nicht zu wissen, wer ich bin.“
Oft kommen dann (alte) Gefühle an die Oberfläche, die wahrgenommen und gefühlt werden wollen. Und dann kannst Du diese Gefühle oder Dein inneres Kind immer fragen, wie es ihnen damit geht, dass Du sie wahrnimmst.
Du gehst hier in den Dialog mit Dir selbst. Mit Deinen Anteilen, mit Deiner Seele, mit Deinem inneren Kind. Diese Rückkopplung ist sehr wichtig, damit die Gefühle wirklich integriert werden und nicht nur der Schmerzkörper reaktiviert wird. Du holst sie damit ab und nimmst sie annehmend zu Dir. Es braucht hier keine Bewertung, sondern einfach die Anerkennung „Ja, so war es“ oder „Ja, so fühlt es sich an.“ Und dazu kommt noch „…und ich will mich (mein inneres Kind) damit haben.“ Wenn Du noch einen Widerstand spürst, dann kannst Du auch erstmal den Widerstand oder das „Nein“ in Dir anerkennen und dazu ein „Ja, da ist Widerstand und auch der darf da sein.“ entwickeln. Mehr dazu liest Du in diesem Blogartikel.
Wandel durch Integration, nicht durch Kontrolle
Wirkliche Veränderung geschieht also nicht, wenn wir gegen uns selbst ankämpfen, sondern wenn wir uns erlauben, bewusst mit dem zu sein, was da ist.
Das bedeutet: Den Zusammenhang zwischen Körper, Emotion und Glaubenssatz zu erkennen und neue, nährende innere Haltungen zu entwickeln. Der Schlüssel liegt in meinem Verständnis im annehmenden und integrativen Fühlen. Solange Gefühle verdrängt werden, wird Energie gebunden. Beginnt man zu fühlen, wird Energie frei, die vorher den Widerstand aufrechterhalten musste. Fühlen macht lebendiger.
Wenn es Dir noch schwer fällt, Dir Raum für Dich selbst und Die Wahrnehmung Deiner Gefühle zu nehmen, dann lies meinen Blogartikel „Warum die bewusste Wahrnehmung Deiner Gefühle bei Neurodermitis wichtig ist“.
Du kannst auch diese Dinge ausprobieren:
- Journaling: Schreibe regelmäßig darüber, was Du körperlich und innerlich wahrnimmst.
- Innere-Kind-Arbeit: Prüfe aktuelle Gefühlszustände mit dem Satz „So habe ich mich gefühlt, als ich klein war“ Kommt da eine Resonanz aus Deinem tiefen Innern? Was teilt sie Dir mit?
- Meditation & Achtsamkeit: Nimm Körperempfindungen wahr, ohne sie zu bewerten.
Diese sanfte Form der Innenschau öffnet den Raum für Selbstregulation – das natürliche Streben des Körpers, in Balance zu kommen, sobald die inneren Blockaden sich lösen dürfen.
Begegnung, Hingabe und Veränderung
Der sekundäre Krankheitsgewinn zeigt, wie komplex und intelligent unser Inneres wirkt. Symptome sind nicht „gegen uns“, sondern Teil eines Systems, das uns schützen möchte oder früher geschützt hat, manchmal auf unbequeme Weise.
Wenn wir beginnen, diesen Mechanismus zu verstehen, anstatt ihn zu verurteilen, entsteht Raum für neue Erfahrungen und für die Möglichkeit, uns selbst auf einer tieferen Ebene zu begegnen. Veränderung beginnt im ehrlichen, achtsamen Kontakt mit uns selbst und einem Erwachen für das, was schon da ist.
Was sind Deine Erfahrungen?
💡 Welchen Glaubenssatz konntest Du aufdecken?
🔐 Ist er an Deine Neurodermitis-Symptome geknüpft?
🤔 Welche Hautthemen interessieren Dich?
👉🏻 Schreib es mir unten in die Kommentare! Ich bin gespannt auf Deine Antwort.
Ich freue mich außerdem, wenn Du diesen Blogartikel teilst und weiterempfiehlst. Damit hilfst Du mir, noch mehr Menschen mit Neurodermitis auf dem Weg zu ihrer Hautgesundheit zu erreichen.
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Alles Liebe
Hi, ich bin Catherina
...Neurodermitis-Expertin und feinfühliger Mensch mit Leib und Seele. Ich begleite Dich in meinem Blog auf Deiner Reise zu Dir selbst und zu Deiner Hautgesundheit. Wenn Du mehr über mich und meine Motivation erfahren willst, dann klick auf mein Bild!