Wie Kortison wirkt und welchen Weg die Haut zeigen will

Juckreiz, Entzündungen und das Gefühl, innerlich wie äußerlich überfordert zu sein. Der Wunsch nach schneller Linderung bei Neurodermitis ist so verständlich, dass der Griff häufig sofort zur Kortisoncreme wandert. Vielleicht kennst Du das auch. Gleichzeitig bleibt oft unklar, wie Kortison im Körper wirkt und warum es zwar kurzfristig beruhigt, aber die inneren Auslöser der Symptome nicht lösen kann. In diesem Beitrag erfährst Du, wie Kortison die Haut zwar oberflächlich besänftigt, die Wurzel von Neurodermitis-Symptomen jedoch ignoriert und warum es sich lohnt, die eigenen Symptome als Hinweise des Körpers zu betrachten. Du lernst einen neuen Umgang mit Neurodermitis kennen, der nicht auf das Wegcremen setzt, sondern auf bewusstes Hinschauen, Selbstfürsorge und mehr Hingabe an die Botschaften der Haut.

Du erfährst in diesem Blogbeitrag:

  • Was Kortison genau ist
  • Wie Kortison in der Haut wirkt
  • Weshalb Kortison zwar Feuer löschen, nicht aber die Brandursache beheben kann
  • Womit Du die Zeichen Deiner Haut bewusst wahrnehmen kannst
  • Wie Dir meine neue Super-Erkenntnis bei Neurodermitis helfen kann

Warum Neurodermitis mehr ist als ein Fall für die Kortisoncreme

Juckreiz, brennende Haut und das ständige Gefühl, innerlich wie äußerlich überfordert zu sein. Dieser Satz beschreibt ein vertrautes Alltagsgefühl bei Neurodermitis. Wenn die Haut aufflammt, ist der Griff zur Kortisoncreme oft die schnellste und naheliegende Lösung. Vielleicht kennst Du diese Routine und die Erleichterung, die sie für den Moment bringt. Doch sobald man versucht, das Kortison wieder abzusetzen, kommen die Juckreizschübe häufig zurück. Oft bleibt auch unklar, was Kortison im Körper eigentlich genau macht und weshalb es zwar kurzfristig beruhigt, aber die eigentlichen Auslöser der Symptome nicht verändert.

Genau hier möchte ich heute ansetzen und aufzeigen, wie Kortison auf die Haut wirkt und weshalb es sich lohnt, Neurodermitis nicht nur als etwas zu betrachten, das weggeschmiert werden muss. Stattdessen lade ich Dich ein, die Haut als Wegweiser wahrzunehmen, als etwas, das Dir zeigen möchte, was in Deinem Inneren gerade aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ich möchte eine Tür öffnen für einen neuen Umgang mit Neurodermitis, für bewusstes Hinschauen, Selbstfürsorge und mehr Verständnis für die Botschaften Deiner Haut.

Wir können uns jederzeit und immer wieder neu zwischen zwei Wegen entscheiden:

Symptome „wegschmieren“ oder

hinschauen, um wahrzunehmen, was die Haut uns sagen will.

Was ist Kortison eigentlich?

Kortison, auch Cortison geschrieben, ist ein Oberbegriff und wird umgangssprachlich für die Wirkstoffgruppe der Glukokortikoide verwendet. Das sind Hormone, die entweder natürlich im Körper vorkommen (wie Kortisol) oder synthetisch hergestellt werden (z. B. Hydrokortison, Betamethason). Sie wirken entzündungshemmend und beeinflussen den Stoffwechsel.

Das körpereigene Kortisol, auch Cortisol, wird in der Nebennierenrinde gebildet, um den Körper bei Stress leistungsfähig zu machen. Synthetisch hergestellte Stoffe ähneln dem körpereigenen Kortisol und werden zur Behandlung von entzündlichen und allergischen Erkrankungen, wie Asthma, rheumatischen Erkrankungen oder Hautproblemen, eingesetzt.

Wie wirkt Kortison bzw. Kortisol in der Haut?

Kortisol wird auch als körpereigenes „Stresshormon“ bezeichnet und hemmt Entzündungen. Moment, Stresshormon UND Entzündungshemmer, wie passt das zusammen?

Beides ist korrekt. Bei äußeren Belastungen schüttet die Nebennierenrinde zur Stresslinderung Kortisol aus. Die Wirkung von Kortisol hängt allerdings stark von der Konzentration, der Dauer und dem Rhythmus ab. Chronisch erhöhte Kortisolspiegel wirken anders als kurzfristige Spitzen. Ein kurzfristiger Kortisolanstieg wirkt entzündungshemmend und ist wichtig als akute Stressreaktion. Ein langfristig hoher Kortisolspiegel, ausgelöst durch dauerhaften Stress, verschlechtert jedoch die körpereigene Regulation und Regeneration. Chronischer Stress macht also die Gesamtregulation kaputt. Dadurch können Entzündungsprozesse, zu denen auch Neurodermitis-Symptome zählen trotz (oder wegen) erhöhtem Kortisol nicht mehr vom Körper selbst reguliert werden.

Verschiedene Cremetuben von Kortison bzw. Cortison.

Warum hilft Kortison als Medikament?

Doch warum hilft Kortison als Medikament, auch, wenn die körpereigene Regulation nicht funktioniert? Weil äußerlich aufgetragene Glukokortikoide völlig anders wirken als körpereigenes Kortisol. Äußerlich aufgetragen wirken Glukokortikoide (umgangssprachlich Kortison) lokal und nicht systemisch. Sie erhöhen nicht den Kortisolspiegel im gesamten Körper, übernehmen hier also nicht die Funktion als Stresshormon, sondern lediglich den Teil der Entzündungshemmung. Das heißt, medizinisches Kortison wirkt gezielt auf der Haut, ohne den gesamten Kortisolhaushalt im Körper zu erhöhen, und kann so Entzündungen kurzfristig lokal lindern.

Wie reguliert der Körper Kortisol im Normalfall?

Typisch ist ein Tagesrhythmus, bei dem der Kortisolspiegel morgens hoch und abends niedrig ist. Bei Stress gibt es kurze Spitzen und bei normaler Ruhe sorgt ein Grundspiegel von Kortisol dafür, dass Entzündungen reguliert bleiben. Der Körper hält sich von Natur aus weit entfernt von dauerhaft hohen Spiegeln, weil dies schädlich wäre. Dieser immer aufrecht erhaltene Grundspiegel reicht aus, um normale Entzündungsregulation zu gewährleisten und überschießende Körperreaktionen zu dämpfen. Nur, wenn der Körper durch in Dauerstress ist, gerät diese natürliche Regulation aus dem Gleichgewicht. Dauerstress kann durch äußere Umstände, aber auch durch innere Prozesse, wie negative Glaubenssätze oder ungelöste Konflikte entstehen. Deshalb ist es so wichtig, bei Neurodermitis auch unter die Oberfläche zu schauen.

Was Deine Haut Dir mitteilen möchte bevor Du sie mit Kortison zum Schweigen bringst

Kortison ist also ein Wirkstoff, der den Körper beruhigt, wenn die Haut „Alarm schlägt“. Stell Dir vor, die Haut ruft: „Es brennt!“. Kortison wirkt wie ein Feuerwehrteam, das dann schnell anrückt und das Feuer vorübergehend löscht. Doch die Brandursache ist damit nicht erkannt und behoben. Das Feuer kann jederzeit wieder entfachen und die Haut ist der Feuermelder. Kortison wirkt zwar an der Oberfläche, aber ignoriert die Wurzel der Symptome.

An dieser Stelle möchte ich Dich deshalb einladen, einen neuen Blick auf Deine Symptome zu werfen.

  • Wie wäre es, wenn Du einen Moment innehältst, bevor Du zur Kortisoncreme greifst?
  • Was würde passieren, wenn Du bewusst in Kontakt mit Deiner Haut trittst?
  • Was würde sie Dir erzählen, was von Deinem Innenleben an die Oberfläche bringen?
Catherina, Autorin des Blogs Wegweiser Neurodermitis, spaziert im Wald und ist in Bewegung.

Keine Verurteilung, keine Bewertung

Sehr wichtig ist mir an dieser Stelle zu schreiben, dass es nicht darum geht, die Verwendung von Kortison zu verurteilen oder zu bewerten. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, wie lindernd und erleichternd es sein kann, die Symptome mit Kortisoncreme zu behandeln. Und ich glaube, dass es in machen Situationen auch wahrhaftig förderlich sein kann, um überhaupt einmal wieder durchatmen zu können.

Mit der Haut fühlen

Der Juckreiz und das Brennen sind manchmal überfordernd und in einigen Situationen kaum auszuhalten. Es ist vollkommen ok, Kortison einzusetzen. Meiner Erfahrung nach hilft es allerdings für den langfristigen, inneren Prozess sehr, dies bewusst zu tun und nicht einfach aus Gewohnheit zur Cremetube zu greifen. Damit meine ich, vorher innezuhalten und mit der Haut in Kontakt zu treten anstatt sich zu übergehen und einfach drüber zu schmieren.

Bewusstes fühlen und wahrnehmen der Gefühle, die durch die Hautsymptome ausgelöst werden sind der Schlüssel. Dazu gehören auch Scham, Verzweiflung, Ohnmacht oder Kraftlosigkeit. Was auch immer es ist, es will in dem Augenblick da sein dürfen, einfach, weil es sich zeigt.

Die Haut als Spiegel der Seele

Kortison sagt dem Körper „Da ist nichts.“ Die Haut aber weiß, dass da etwas ist, was wahrgenommen und erkannt werden will. Diese Botschaft der Haut wird durch Kortisoncreme weggeschmiert und lodert noch unter der Oberfläche. Doch alles, was auf einer Ebene unterdrückt wird, kommt auf einer anderen Ebene wieder hoch. Dazu gehören auch Gefühle wie Trauer, Scham oder Angst. Wenn wir unsere Gefühle nicht bewusst wahrnehmen, weil es keinen Raum dafür in uns gibt, übernimmt dann oft unser Körper. Denn alle Gefühle suchen sich einen Weg in den Ausdruck. Die Haut ist also Spiegel unseres Innenlebens und damit ein Wegweiser zu uns selbst. Lies dazu auch gern meinen Blogbeitrag „Warum die bewusste Wahrnehmung Deiner Gefühle bei Neurodermitis wichtig ist“.

Schaffe Dir Raum für Dich selbst

Deshalb ist es so wichtig, dass Du mit Dir selbst wieder in Kontakt kommst. Dazu lädt Dich auch Deine Haut ein, denn sie ist unser größtes Kontaktorgan. Schaffe Dir bewusst Räume, um in Dein Inneres zu horchen und die Stimme Deiner Seele wahrzunehmen. Achtsamkeit und Bewusstsein beruhigen auch das Nervensystem und nehmen Einfluss auf den Kortisolspiegel und damit auf die Entzündungsregulation im Körper. Bewusstes wahrnehmen und fühlen kannst Du immer im gegenwärtigen Augenblick üben. Mir hilft es z.B. oft, im Moment von einem Juckreizschub auf meine Atmung zu achten. Das hilft mir, meinen Körper bewusst wahrzunehmen, anstatt nur damit beschäftigt zu sein, den Juckreiz loszuwerden. Es hilft mir dabei, in meinen Körper hinein zu fühlen, anstatt aus ihm heraus zu wollen. Auf diese Weise spüre ich, welches Gefühl gerade in mir ausgelöst wird. Natürlich klappt das nicht immer, aber ich übe es. Immer wieder.

Catherina, Autorin des Blogs, spaziert lächelnd auf alten Bahngleisen inmitten von Natur, der Himmel strahlt blau. Das Foto symbolisiert Zuversicht und den Beginn eines achtsamen Weges mit Neurodermitis.

Im Leben üben

Eine neue Haltung sich selbst und den eigenen Haut-Symptomen einzunehmen passiert nicht von heute auf morgen. Gerade, wenn Du schon lange Neurodermitis hast, braucht es Zeit, um einen neuen Umgang zu finden. Dazu möchte ich zum Abschluss noch eine neue Super-Erkenntnis mit Dir teilen:

Ich dachte immer, dass Neurodermitis weg sein muss, damit ich am Leben teilhaben kann. Deshalb ist in mir der Glaubenssatz gewachsen, dass ich nur ohne Neurodermitis funktioniere und leben kann, nicht aber MIT Neurodermitis. Aber was passiert, wenn ich diesen Glaubenssatz mal über Bord werfe und übe, MIT allem, was da ist am Leben teilzuhaben? Also MIT Neurodermitis mein Leben lebe, in Kontakt gehe – mit anderen, mit dem Leben, mit mir selbst? Und das immer, zu jeder Zeit, in jeder Situation und an jedem Ort?

Ich will es üben und diese Haltung verinnerlichen und lade Dich dazu ein, es auch zu versuchen.

Da kommt Erleichterung.

Was sind Deine Erfahrungen?

🧴 Welche Erfahrung hast Du mit Kortison?

✨ Ziehst Du Dich bei Neurodermitisschüben zurück oder bist Du präsent im Leben?

👉🏻 Schreib es mir unten in die Kommentare! Ich bin gespannt auf Deine Antwort.

Ich freue mich außerdem, wenn Du diesen Blogartikel teilst und weiterempfiehlst. Damit hilfst Du mir, noch mehr Menschen mit Neurodermitis auf dem Weg zu ihrer Hautgesundheit zu erreichen.

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Alles Liebe

Handschriftliche Signatur „Deine Catherina“
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Hi, ich bin Catherina

...Neurodermitis-Expertin und feinfühliger Mensch mit Leib und Seele. Ich begleite Dich in meinem Blog auf Deiner Reise zu Dir selbst und zu Deiner Hautgesundheit. Wenn Du mehr über mich und meine Motivation erfahren willst, dann klick auf mein Bild!

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